Ein irischer Arzt bringt ein römisches Ritual nach Deutschland
Das Bad-Ritual, für das das Friedrichsbad bis heute bekannt ist, geht auf den irischen Arzt Richard Barther zurück. Er verband das römische Konzept mehrerer aufeinanderfolgender Wärmebäder mit unterschiedlichen Temperaturen mit der irischen Tradition des Heißluftbadens — daraus entstand das "Römisch-Irische Bad", ein mehrstufiges Ritual aus Warmluft-, Dampf- und Tauchbädern, das heute in mehreren historischen deutschen Kurhäusern zu finden ist, in Baden-Baden aber besonders konsequent umgesetzt wurde.

Erbaut auf dem Florentinerberg — wo schon die Römer badeten
Das heutige Gebäude entstand zwischen 1869 und 1877 im Stil der Renaissance, auf dem historischen Florentinerberg, wo bereits die Römer Jahrhunderte zuvor Thermalbäder errichtet hatten. Benannt wurde das Haus nach Großherzog Friedrich I. von Baden, der den Bau in Auftrag gegeben hatte. Bei der Eröffnung 1877 galt es als eines der modernsten Bäder ganz Europas.
Wasser aus 2000 Metern Tiefe
Das Thermalwasser des Friedrichsbads wird aus rund 2000 Metern Tiefe gefördert und erreicht dabei Temperaturen von bis zu 68,8 °C — die höchste Quelltemperatur unter den fünf Bädern in diesem Führer. Für den eigentlichen Badebetrieb wird es auf eine körperverträgliche Temperatur von 36 °C heruntergekühlt.